Mittwoch, 12. August, 19.00 Uhr

Der Kooperationsfilm „Deutschland im Herbst“ von elf verschiedenen Regisseuren, darunter Alexander Kluge, Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff, aus dem Jahr 1978 zeigt auf wie angespannt die Lage während des „Deutschen Herbstes“ 1977 insbesondere in Stuttgart war. Brandstätter war einer von vielen, die als „Sympathisanten“ ins Visier der Kripo gerieten. In der Ausstellung sind dazu die Sicherstellungsbescheinigung der Kripo vom 26. Oktober 1977 sowie einige der damals beschlagnahmten Unterlagen, darunter 32 Karteikarten mit Inhaftierten des Hohenaspergs, zu sehen.

Der Künstler Ulrich Bernhardt filmte am 27. Oktober 1977 die Beerdigung von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe auf dem Dornhaldenfriedhof. Da er befürchtete, dass die Polizei seine Aufnahmen beschlagnahmen würde, versteckte er den Film in dem Band „Ästhetik“ von Hegel. Das Buch und den Film verarbeitete er mit einer DDR-Uhr zu dem Objekt „Nationalästhetik“. Das Objekt sowie die Originalfilmaufnahmen sind in der Ausstellung zu sehen.

Der Redakteur und Kolumnist Joe Bauer erinnert sich, dass die Inhaber des Degerlocher „Fässle“, die den Leichenschmaus für die Familie Ensslin ausrichteten, Drohungen erhielten. Die Geschichte hielt er unter dem Titel „Blaukraut im Fässle“ in einer seiner Depeschen fest.

https://www.joebauer.de/de/depeschen.php?sel=20071129&block=3

Gezeigt werden Filmausschnitte aus „Deutschland im Herbst“ sowie ein Interview mit Otto Schily über die Obduktion der Stammheimer Leichen.

Nach der Filmvorführung diskutiert der Leiter des Württembergischen Kunstvereins Hans Christ mit den Zeitzeugen Ulrich Bernhardt und Joe Bauer.

Anmeldung: zentrale@wkv-stuttgart.de

Das Objekt „Nationalästhetik“ von Ulrich Bernhardt. In der Tischvitrine darunter befinden sich die Objekte zur Wohnungsdurchsuchung bei Horst Brandstätter während des „Deutschen Herbstes“ in Stuttgart.
Filmabend und Diskussion „Deutscher Herbst“ am 12. August

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