Kuratorin Natalie Reinsch führt durch die Ausstellung über den Stuttgarter Autor, Antiquar und Galeristen. Sie berichtet, wie es dem geschickten Netzwerker gelang, die Porsche AG von einem Kauf der Bibliothek Franz Kafkas und einer anschließenden Schenkung an die Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag zu überzeugen und wie Brandstätter den Landsberger Poesieautomaten von Hans Magnus Enzensberger an das Literaturmuseum der Moderne in Marbach vermitteln konnte. Außerdem beleuchtet sie Brandstätters Engagement für eine demokratische Erinnerungskultur von den 1970er Jahren bis zum 150-jährigen Jubiläum der Revolution von 1848/49. Für das Jubiläum, das 1998 begangen wurde, schuf der Berliner Künstler Johannes Grützke Lithographien des Heckerzuges sowie Hecker-Wandteller und Urkunden, die in der Ausstellung zu sehen sind. Weitere Themen sind der „Sympathisantenvorwurf“ gegen Brandstätter im Jahr 1977 und seine Auswirkungen bis hin zum „Zensurstreit“ mit der Galerie der Stadt Stuttgart und Oberbürgermeister Manfred Rommel zehn Jahre später sowie Brandstätters Beschäftigung mit dem Thema Unfreiheit in der Psychiatrie.

Sonntag, 30. August 2020, um 16.30 Uhr

Anmeldung unter: zentrale@wkv-stuttgart.de

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung: Der Störtebecker-Holzschnitt spiegelt sich in der Vitrine mit dem Hecker-Teller
Copyright: Michael Leonhardt
Kuratorinnenführung am 30. August

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